Beachte 9 Dinge, wenn du Essig im Garten benutzen willst

Essig zählt wohl zu den vielfältigsten Hausmitteln – er wird sowohl in der Küche als auch im Beautybereich und als wirksames Putz- und Desinfektionsmittel eingesetzt. Der Gedanke, das Hausmittel auch im Garten zu nutzen, liegt also nahe. Doch an dieser Stelle ist Vorsicht geboten, da die Verwendung von Essig an manchen Stellen sogar verboten ist und teuer werden kann.

In einigen Anwendungsgebieten, zum Beispiel bei der Reinigung von Gartengeräten, hat das Hausmittel durchaus seine Berechtigung. Um weder eine Strafe noch die Beschädigung deiner Pflanzen zu riskieren, solltest du die folgenden 9 Dinge unbedingt beachten, wenn du Essig im Garten benutzen willst.

Was ist verboten?

Der Einsatz von Hausmitteln bei der Gartenarbeit ist nicht immer so einfach und umweltfreundlich, wie gedacht. Gerade die Verwendung von Essig bei der Unkrautvernichtung ist rechtlich umstritten und kompliziert. 

  • Anwendung auf befestigten Flächen

Die Vernichtung von Unkraut mithilfe von Essig ist auf befestigten Flächen wie Bürgersteigen, Terrassen, gepflasterten Wegen, Zufahrten oder in Fugen laut Pflanzenschutzgesetz verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Der Essig gelangt möglicherweise ins Grundwasser und belastet den Boden sowie die Pflanzen und Insekten. Abgesehen davon, greift Essig die Oberfläche der Steine an und hinterlässt dabei unschöne Flecken.

  • Anwendung im Beet

Wer das Unkraut im Beet mit Essig bekämpft, befindet sich, rechtlich gesehen, in einer Grauzone. Laut Pflanzenschutzgesetz zählt das Hausmittel nicht als Pflanzenschutzmittel und darf dementsprechend für diesen Zweck eigentlich nicht verwendet werden. Auf gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen ist die Verwendung aber wiederum offiziell erlaubt, obwohl ähnliche Probleme wie bei der Nutzung auf befestigten Flächen auftreten können. 

Essig richtet meistens mehr Schaden als Nutzen an, weswegen naturliebende Hobbygärtner dringend von dessen Gebrauch abraten. Zwar vernichtet er das Unkraut wirksam, damit aber auch alle anderen Pflanzen, die mit ihm in Berührung kommen. Die regelmäßige Anwendung von Essig im Beet wirkt sich negativ auf den pH-Wert aus. Der Boden wird sauer und beeinträchtigt damit das Wachstum der Pflanzen sowie den Lebensraum von Regenwürmern und anderen Lebewesen im Boden.

Es empfiehlt sich, bei der Gartenarbeit ausschließlich auf zugelassene Unkrautvernichtungsmittel zurückzugreifen und diese gezielt auf die gewünschte Pflanze aufzutragen. Weitere Tricks zur legalen Unkrautbekämpfung findest du in diesem Artikel.

Was ist erlaubt?

Besonders bei Reinigungsarbeiten im Garten kann Essig allerdings eine große Hilfe sein. Die folgenden Tricks zeigen, wie du ihn bei der Gartenarbeit gezielt und bedenkenlos einsetzen kannst.

  • Reinigung von Gartengeräten

Um das Gartenwerkzeug zu reinigen, legst du es über Nacht in einem Liter Apfelessig ein. Danach lassen sich Rost, Algen und Bakterien ganz leicht entfernen.

  • Reinigung von Gartenmöbeln

Die Gartenmöbel aus Rattan oder Kunststoff lassen sich ebenfalls mithilfe von Essig reinigen. Prüfe aber vorher an einer unauffälligen Stelle, ob das Material Essig verträgt. Holzmöbel sollten grundsätzlich nicht mit Essig gereinigt werden und bei Aluminiummöbeln ist die Reinigung mit einem feuchten Tuch ausreichend.

  • Reinigung von Pflanzentöpfen

Reinige Blumentöpfe aus Keramik oder Ton zu Beginn oder am Ende der Gartensaison in einer Mischung aus vier Teilen Wasser und einem Teil Apfelessig. Lass die Töpfe mindestens eine Stunde in dem Gemisch einwirken und entferne die Flecken und den Schmutz mit einer Bürste oder einem Schwamm.

  • Tiere vom Beet fernhalten

Um Tiere wie Hasen oder Katzen davon abzuhalten, die Pflanzen anzufressen oder das Beet als Toilette zu nutzen, hilft der Gebrauch von Essig. Die Tiere reagieren empfindlich auf Gerüche, deswegen kann bereits ein in Essig getauchter Schwamm oder Lappen die unerwünschten Besucher von deinem Beet fernhalten. Lege die Gegenstände bei Bedarf in kleine Eimer oder Gefäße mit Löchern und platziere sie um das Beet herum.

  • Saatgut keimen lassen

Vorgekeimtes Saatgut wächst meist besser und vor allem kräftiger. Mit einem simplen Trick kannst du hierbei hervorragende Ergebnisse erzielen. Lege das Saatgut eine Nacht lang in ein Gemisch aus fünf Teilen Wasser und einem Teil Essig, um die Keimung zu fördern. Am nächsten Tag wäschst du die Samen ab und säst sie ein.

  • Obstbäume schützen

Fülle einen Behälter mit Wasser, einer Tasse Apfelessig, einer Tasse Zucker und einer Bananenschale und hänge ihn in den Obstbaum. So hältst du Fruchtfliegen und andere Schädlinge in Zukunft von deinen Obstbäumen fern. Ersetze den Inhalt in regelmäßigen Abständen.

  • Schnittblumen haltbar machen

Um an dem Blumenstrauß aus dem eigenen Garten lange Freude zu haben, stellst du ihn in eine Vase mit Wasser und gibst zwei Esslöffel Apfelessig und einen Teelöffel Zucker hinzu.

Mit diesen Tricks kannst du Essig im Garten sinnvoll einsetzen, ohne dabei die Umwelt oder deine Pflanzen zu gefährden. Viel Spaß beim Ausprobieren!